Verein zur Erhaltung der Leonhardikirche

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Geschichtlicher Hintergrund
(nach Edgar Krausen und Erhard Huber)


Die Kirche liegt idyllisch am Waldrand an der Straße Dietramszell – Föggenbeuern, zu Fuß eine halbe Stunde vom ehemaligen Augustiner-Chorherren-Stift entfernt. Die Wallfahrt geht bis 1578 zurück, als im Monat Juli ein Konventuale des Klosters „gen Saint Lienhart“ zog. Der Bau einer Kapelle ist 1686 nachweisbar, als in der Klosterhofmark eine Pferdeseuche grassierte. Seitdem findet der „Dietramszeller Lehards“ am 3. Samstag im Juli statt mit Prozessionen, Umritt, Segnung und Jahrmarkt (Details).

Historischer Stich von 1860

Deckenfresko von 1769

Die heutige Wallfahrtskirche St. Leonhard ist nicht nur alljährlich Schauplatz traditionellen „Zeller Brauchtums“, sondern ist auch eine der schönsten barocken Kirchenbauten im bayerischen Voralpenland. Die Kirche wurde 1765 erbaut unter dem damaligen Propst Franziskus Kamm. Er ließ sie ausstatten von den angesehensten Künstlern der damaligen Zeit. Der berühmte Hofbaumeister Matthäus Gießl entwarf einen quadratischen Zentralbau mit abgeschrägten Ecken, von einer Flachkuppel überwölbt. 1769 malte der Münchner Hofmaler Christian Wink das große Kuppelfresko von der Glorie des hl. Leonhard, der im Himmel noch immer Helfer und Fürsprecher all derer ist, die ihm vertrauen: in Leibesnöten, in Gefangenschaft, bei Viehkrankheiten und Seuchen.

Das Kuppelfresko kann besonders schön in unserem 360°-Panorama vom Kirchen-Innenraum betrachtet werden (Klick auf das Bild zum Starten und dann zur Decke schwenken).

Die Altäre und die Kanzel fertigte der Wolfratshauser Bildhauer Philipp Rämpl an. Der Einfluss Ignaz Günthers und Johann Baptist Straubs, in dessen Werkstatt Rämpl lernte, ist unverkennbar. Bei einem Kirchenraub im Dezember 1973 wurde leider ein Teil der Engelsfiguren und andere wertvolle Gegenstände entwendet.

Nach der Säkularisation sollte die Kirche als überflüssig abgebrochen werden, doch die Pfarrgemeinde Dietramszell (die politische Gemeinde entstand erst 1818) übernahm die Baulast und rettete so die Wallfahrtskirche. Sankt Leonhard ging später in den Besitz der politischen Gemeinde über.

 

Engel eines Seitenaltares